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Statt einer Bedrohung sieht Canva KI als Rückenwind, sagt Mitgründer Cameron Adams

Statt einer Bedrohung sieht Canva KI als Rückenwind, sagt Mitgründer Cameron Adams

In den Branchen, in denen die aufkommende generative Künstliche Intelligenz (KI) spürbare Auswirkungen hinterlassen hat, ist der Bereich Grafikdesign vermutlich am stärksten betroffen. Mit den Fähigkeiten der KI in der Bildverarbeitung und -generierung ist das Erstellen und Bearbeiten von visuellen Inhalten, Logos und hochauflösenden Kunstwerken für viele Menschen einfacher und zugänglicher geworden – selbst ohne technische Vorkenntnisse. Dies stellte auch eine Herausforderung für Unternehmen dar, die Tools und Lösungen im Bereich der digitalen Bildbearbeitung anbieten, wie Adobe, Pixlr und Canva.

Für den Endnutzer führte die KI-Bilderzeugung zu der Möglichkeit, Designs mit nur einem einzigen Textbefehl zu erstellen. Dies wirft eine einfache, aber wichtige Frage auf: Warum weiterhin komplexe Design-Tools verwenden, wenn KI das für einen tun kann? Diese Frage führte dazu, dass fast alle großen Design-Unternehmen auf KI umschwenkten und versuchten, sie in ihre Produkte zu integrieren. Doch ist diese Strategie nachhaltig oder lediglich ein Versuch, das Unvermeidliche hinauszuzögern?

Gadgets 360 sprach mit Cameron Adams, Mitgründer und Chief Product Officer von Canva, um die Feinheiten der Designwelt, die Sichtweisen der Unternehmen auf KI und die langfristige Vision hinter diesem Schritt besser zu verstehen.

Interessanterweise ist Canva ein besonders gutes Fallbeispiel in dieser Hinsicht. Gegründet im Jahr 2013, hat die in Sydney ansässige Plattform kürzlich eine Vielzahl von KI-Tools integriert und ein großes Paket für Unternehmen auf den Markt gebracht. Dieser Schritt bricht mit der langjährigen Tradition, eine Community-orientierte Plattform für Gelegenheitspersonal Designer, Studenten, Social-Media-Influencer und unabhängige Marketer zu sein.

Der neue unternehmenszentrierte Ansatz von Canva

Seit seiner Gründung hatte Canva ein einzigartiges Ziel: Menschen zu helfen, Designs zu erstellen, auch wenn sie keine fortgeschrittenen Tools wie Adobe Photoshop beherrschten. Zur Lösung dieses Problems wurde eine Plattform ins Leben gerufen, die es den Nutzern ermöglicht, mit einfach zu bedienenden Tools und visuellen Schnittstellen zu gestalten. Das Produkt war nicht auf Nutzer ausgerichtet, die komplexe Vektorgrafiken oder Kunstwerke mit vielen Details erstellen wollten, sondern auf Menschen, die Einladungen, Präsentationen, Flyer, Marketing-Designs oder Social-Media-Beiträge erstellen wollten.

Dieser fokussierte Ansatz auf die Nutzerbedürfnisse half Canva, eine starke Community aufzubauen und kontinuierliches Wachstum zu erzielen. Laut dem Unternehmen dauerte es acht Jahre nach seiner Gründung, um 100 Millionen monatlich aktive Nutzer zu erreichen. Die nächsten 90 Millionen Nutzer kamen jedoch innerhalb von nur drei Jahren hinzu, sodass Canva bis 2024 mehr als 190 Millionen monatlich aktive Nutzer verzeichnete.

Dennoch war 2024 auch das Jahr, in dem das Unternehmen, das ursprünglich auf die Community ausgerichtet war, die große Entscheidung traf, mit einer neuen Suite von Angeboten für Marken und große Unternehmen stärker auf den Unternehmensmarkt zu fokussieren. Während dieser Schritt für viele wie ein seltsamer Umschwung erscheinen mag, glaubt Adams, dass es eine natürliche Weiterentwicklung für das Unternehmen war.